Essay Wettbewerb Der Bund

Verblassten die griechischen Götter unter dem naturwissenschaftlichen Blick eines Demokrit(460-371 v. Chr.), so erklärten die Sophisten als erste die Gottesbilder zu menschlichen Wunschbildern.

Damit war bereits das Thema der „Gottesbeweise“ beziehungsweise deren Vergeblichkeit aufgeworfen, ein Diskurs, der Theologen und Philosophen im gesamten Mittelalter und in der Neuzeit bis Kant in Atem hielt.

In seinem erst posthum veröffentlichen Dialog über die natürliche Religion zweifelt einer der Protagonisten am Bild von der Vollkommenheit Gottes, indem er die schon von Epikur gestellten Fragen aufgreift, ob die Gott zugeschriebene Eigenschaften von Allmächtigkeit und Güte miteinander vereinbar seien. An diesem neuralgischen Punkt scheiden sich die Verteidiger des Glaubens von den Geistern der Aufklärung noch eindeutiger als an der Frage nach dem Ursprung des Kosmos.

Auf die kürzeste Formel gebracht lauten sie: Will er Übel verhüten und kann nicht? Es war Baruch Spinoza (1632-1677), der den radikalsten Schritt auf dem Weg der heraufdämmernden Aufklärung vollzog.

Selbst Kant (1724-1804), der die Motivation zum moralischen Handeln als unabhängig vom religiösen Glauben erkannte, sah sich dazu gedrängt, Gott und Unsterblichkeit als rechtmässige Annahme einzuräumen, wenn auch nur als ein Postulat der praktischen Vernunft. Bis heute bleibt das Theodizeeproblem, das heisst die Rechtfertigung Gottes angesichts unverschuldeter Leiden, ungelöst.

Dabei war schon vor ihm David Hume (1711-1776), von dem Kant sagte, er habe ihn aus dem „metaphysischen Schlummer“ geweckt, dem moralischen Gottesbeweis mit prinzipieller Skepis begegnet. Jüdische und christliche Theologen weichen ihm aus, indem sie sich auf die unergründlichen Ratschlüsse Gottes zurückziehen oder ihre Hoffnung auf einen gerechten Ausgleich im Jenseits setzen.

Anknüpfend an die „negative Theologie“ eines Nikolaus von Kues(1401-1464) wird hier auf jede Aussage über Gottes Eigenschaften verzichtet, doch nicht mehr aus der demütigen Haltung des Mystikers, für den jede Inhaltsangabe seiner Gotteserfahrung unzureichend ist.

Diese Hartnäckigkeit wird dann plausibel, wenn wir bedenken, dass hinter der Frage nach Gott noch ein zweites, dringendes Erkenntnisbedürfnis steht.

Wenn es im Titel eines theologischen Werkes unumwunden heisst „Gott ist nicht gut und nicht gerecht“(A.

Benk,2008), so verschont dies Gott zum vornherein von jedem Rechtfertigungszwang.

(Dies wurde mit dem „Deismus“ versucht, indem man den Ablauf des Weltgeschehens seiner Eigengesetzlichkeit überliess und Gott nur noch als dessen Initiator auffasste).

Hingegen blieb der praktische oder moralische Gottesbeweis deshalb so unabweisbar auf der Agenda der religionsphilosophischen Diskussion, weil mit ihm die Sinnfrage auf Gedeih und Verderben verknüpft schien.

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One thought on “Essay Wettbewerb Der Bund”

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